Umbra und Alma

Hinweis: Alle unsere Tiere werden nur in artgerechte Haltung vermittelt. Das bedeutet bei Kaninchen
– mindestens: 2 weitere Artgenossen
– mindestens: Eine Gehegegröße von 6qm (Tag und Nacht)

Alma und Umbra – die große Liebe. Vielleicht auch, weil beide es bisher nicht sehr schön hatten…

Umbra: Umbra ist ein vermutlich 2023 geborenes Rex-Kaninchen (siehe Tattoo im Ohr), das bisher ein sehr einsames Leben fristen musste. Gekauft wurde er in Frankreich von einem Züchter und lebte dann von Artgenossen isoliert in einem Zuhause, in dem er als Kuscheltier endete. Aber dass er regelmäßig Beachtung fand, bezweifeln wir stark! Zum einen war er zu Beginn unterernährt und zum anderen hasste er jeglichen Kontakt mit Menschen. Umbra schrie vor Panik, wenn wir ihn anfassen mussten. Umbra kam ursprünglich als Fundkaninchen zu uns. 3 Tage nach seiner Ankunft meldeten sich seine Halter, dass sie ihr ach so geliebtes Kaninchen unglaublich vermissen würden. Auf unsere Fragen hin, ob es einen Beweis gebe, dass das Tier ihr Tier sei, bekamen wir schwammige Antworten. Ob unsere Vermutung stimme, dass das Tier einzeln gehalten werde, wurde bejaht. Auf unsere Frage, warum das so sei und ob ihnen bewusst wäre, dass das nicht erlaubt sei in Deutschland, kam nur „wir haben ihn in Frankreich gekauft“. Nach einer längeren Diskussion kamen wir überein, dass Umbra im Tierheim bleiben sollte. Doch das reicht noch nicht. Umbra wurde bisher komplett fehlernährt. Nicht nur seine Verdauung war eine Katastrophe – auch leidet er an Zahnschmerzen. Und das bei einem Rex-Kaninchen, das sowieso unter die Qualzuchten fällt und häufig mit Problemen im Kieferbereich zu kämpfen hat. Umbra wurde bei uns kastriert und medizinisch versorgt. Seine Ernährung wurde umgestellt und auch die Verdauung wurde dadurch stabilisiert. Dann stellten wir ihm Alma vor…

Alma, geboren ca. 10/24: Alma musste in ihrem jungen Leben schon mindestens 2mal Mama werden (das ist bekannt), weil man nicht kastrieren wollte, weil es egal war, weil es zu teuer war, weil man sich an süßen kleinen Kaninchen bereichern wollte – wir wissen es nicht. Leider ist Alma keine Seltenheit. das ist Alltag sehr vieler Kaninchen, weil eine offizielle Zucht erst ab 100 Jungtieren pro Jahr pro Person beginnt – alles andere ist Hobby und darf von Hinz und Kunz betrieben werden. Die sehr junge Halterin (noch in Ausbildung), die sich bei uns meldete, hatte Alma und ihren Partner aus einer schlechten Haltung herausgekauft. Danach warf Alma 2mal und hatte mehrere Welpen, die leider zu einem Teil verstarben, weil Alma krank war. Die Halterin war überfordert und meldete sich zum Glück bei uns, ob wir ihr helfen könnten und so kamen Alma, ihr Partner und ihre 2 Söhne zu uns. Bis dahin lebten alle unkastriert und einzeln, hatten zu wenig Platz und ebenfalls konventionelles Trockenfutter, was ihre Verdauung und ihre Zähne stark schädigte. Bei ihrem Partner waren die Probleme und auch die angezüchteten Niedlichkeitsfaktoren so gravierend, dass er sehr schnell eingeschläfert werden musste. Ihre Söhne bekommen dauerhaft Schmerzmedikamente und stehen unter strenger Beobachtung der Pflegestelle. Wir haben die Jungs kastriert und alle Tiere medizinisch versorgt. Alma hat inzwischen super abgenommen und ist zu einer wunderhübschen, neugierigen Kaninchendame geworden, die aber ebenfalls schon Zahnauffälligkeiten hat. 

Die beiden haben sich gesucht und gefunden und wir freuen uns immens für sie! Aktuell leben sie noch in Innenhaltung aber sollen ab dem Frühjahr nach draußen gewöhnt werden.
Was wir uns wünschen: Für Alma und Umbra suchen wir ein verständnisvolles Zuhause mit viel Platz und gerne noch weiteren Artgenossen. Ihre Halter sollten ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen mitbringen und sich gerne Zeit für ihre Tiere nehmen. Gleichzeitig aber müssen auch Grenzen akzeptiert werden. Alma und Umbra haben definitiv noch sehr viel Potenzial aber wir können nie sagen, wie es sich tatsächlich entwickelt. Auch müssen die Halter eine gewisse Verantwortungsbereitschaft mitbringen. Umbra als Qualzucht (Rex) und beide mit Zahndefiziten – man muss es einfach wissen und im Hinterkopf behalten.

Falls Sie Interesse an dem sehr liebevollen und sensiblen Paar haben, melden Sie sich gerne bei uns mit Ihrer Bewerbung (inklusive Fotos vom Gehege) per Mail an kleintiere@tierschutzverein-freising.de.

Finchen

Paten gesucht – oder gibt es doch noch ein Zuhause für Finchen?

Die stolze 5kg Häsin Finchen kam zu uns, da sie sich mit ihrer Gruppe nicht mehr verstanden hatte. Wir haben Finchen als ein echtes Führungskaninchen kennengelernt, das (wenn es sein muss) seine Größe und Gewicht einzusetzen weiß. Und auch wenn man es ihr nicht zutraut, ist sie verdammt flott unterwegs, wenn sie ein anderes Tier in seine Schranken weisen muss.
Finchen ist ein äußerst souveränes Kaninchen und demonstriert dies regelmäßig, wenn sie mittig auf der freien Fläche liegt, völlig entspannt und einfach niemand sie in ihrer Ruhe stören kann. Da Finchen so ist, wie sie ist, sind ihre Vermittlungschancen fast NULL – Finchen braucht ganz besondere Menschen, die sie akzeptieren, wie sie ist und ihr Platz und Ruhe geben können. Aber wo findet man solche Menschen? Auch bringt Finchen ein paar Themen mit. So wurden ihr im Februar 2026 2 Backenzähne entfernt, da sie in den Kiefer drückten (retrograde Elongation) und eitriger Ausfluss aus dem Auge trat. Typisch Widder-Qualzucht leidet sie auch an einer Gehörgangverengung, was wir ebenfalls angehen werden.

Da wir die Hoffnung (fast) aufgegeben haben, suchen wir für die ca. 2021 geborene Widder-Dame ein Zuhause in Außenhaltung und mit sehr viel Platz, denn den braucht sie um das Finchen sein zu können, das wir kennen. Auch sollten mehrere Tiere vorhanden sein, die sie führen muss. Sie selbst ist keine große Kuschlerin mit Artgenossen, sondern hat lieber alles im Blick – eine menschliche nette Geste schlägt sie aber nicht aus. Ob Finchen dann nicht besser alleine bleiben sollte? Nein, auf keinen Fall! Solche Charaktere existieren häufiger – auch sie brauchen Artgenossen, um glücklich zu sein aber eben auch die oben genannten Umstände. Dann hat man mit ihr eine echte Bereicherung.

Falls Sie uns und Finchen unterstützen wollen oder Interesse an dieser beeindruckenden Häsin haben, melden Sie sich gerne bei uns per Mail an kleintiere@tierschutzverein-freising.de. Bitte fügen Sie auch Fotos vom künftigen Zuhause ein, damit wir uns einen ersten Eindruck verschaffen können. Vielen Dank!